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Interview

Im Gespräch mit Devina Popat von Trend-Tech-Trade & Oliver Gerbitz von Talbot Runhof: VR & die Zukunft des Retails

Trend-Tech-Trade ist ein kreatives, interaktives Unternehmen, das eine einzigartige Möglichkeit für den Einkauf im Einzelhandel bietet. Sie wollen einen VR Booth Buchungsservice über die Website von Modemarken anbieten, um direkt mit ihren Einkäufer:innen zusammen zuarbeiten und eine trendsetzende Umgebung zu schaffen. Im Einklang damit wollen sie die Verbraucher:innen darüber aufklären, wer die Einkäufer:innen hinter den Kulissen der Modeindustrie sind und ein Sortiment in limitierter Auflage kreieren, das das ganze Jahr über in physischen Geschäften unter Einsatz von Virtual Reality verkauft wird. Sie wollen die Verbraucher:innen durch ihre digitalen Auswahlkanäle unterhalten sowie die Werbung, Produktivität und Sortiment für Marken messbar machen.

„It’svall about knowing where to stop” - Gehe nie zu weit, aber immer weit genug: Das ist für Johnny Talbot und Adrian Runhof Designmotto und Lebensphilosophie. Seit 2000 entwerfen sie unter dem Namen Talbot Runhof glamouröse Abendkleider und Cocktailkleider. Mit ihrem Faible für besondere Stoffe, perfekte Schnittführungen und extravagante Details hat sich die Marke aus München weltweit eine Fangemeinde erschlossen. Wer Talbot Runhof trägt, hat etwas vor — das gilt für den roten Teppich genauso wie im Business- und Freizeitkontext, denn inzwischen wird das Sortiment auch durch hochwertige Tageskleider, Kostüme, Mäntel und Accessoires ergänzt, in denen sich die Designvision genauso widerspiegelt.

 

1.     Wie kam es dazu, dass sich Talbot Runhof und Trend-Tech-Trade zusammengetan haben, um gemeinsam an diesem Projekt zu arbeiten?

Devina Popat: Ich hatte die Gelegenheit, ein Webinar über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Modegeschäften mit dem German Fashion Council zu veranstalten, an dem Oliver als Gastredner teilnahm. Nach unserem Webinar haben wir beschlossen, bei der Bereitstellung unserer VR- und AR-Technologielösungen zusammenzuarbeiten. Was Oliver (Gerbitz)über die technischen Anforderungen von Talbot Runhof erzählte, war für mich sehr inspirierend. Die Geschichte von Johnny (Talbot) und Adrian (Runhof) und die Arbeit, das Design, die Gedanken, die Inspiration und die vielen Stunden, die in diese Kollektionen geflossen sind, die jede Frau auf eine glamouröse Art und Weise anspricht, fand ich einfach großartig. Wir haben beschlossen, zusammenzuarbeiten, und unser erstes Problem war die Bestimmung von Kleidergrößen. Wie könnte eine Online-Lösung aussehen, die die Kundinnen dazu ermutigt, Kleidung in Webshops virtuell anzuprobieren?

Wir haben uns mit Fashioneura zusammengetan, um die allererste Lösung für einen Online-Webshop auf den Markt zu bringen. Außerdem wollten wir den Prozess so realistisch wie möglich gestalten: Die Kund:innen können sich selbst innerhalb von Sekunden nach dem Start der Anwendung durch die Laptop-Kamera sehen und werden bequem zu Hause im Wohnzimmer gescannt. Unsere Mission ist, die Kluft zwischen online und offline zu überbrücken, indem wir Talbot Runhof mit Technologien und Produkten versorgen, die in In-Store Lösungen im Geschäft und online eingesetzt werden können.

 

2.      Was können wir von dieser Zusammenarbeit erwarten?

DP: Wir haben zwei Technologielösungen, die wir für Talbot Runhof vorstellen. Erstens unsere Lösung für die Anprobe in unserem virtuellen Webshop Fashioneura, die es Kund:innen ermöglicht, Kleidung bequem von ihrem Laptop aus anzuprobieren. Außerdem bietet sie Größenangaben für die/den Verbraucher:innen und eine alternative digitale Lösung für den Webshop. Die Einführung hat stattgefunden und ist bereits in die Talbot Runhof Website integriert. Dieses Projekt mit Fashioneura war fantastisch und es war ein Vergnügen, mit Oliver und seinem Team zu arbeiten.

Wir werden unsere Zusammenarbeit in einer zweiten Phasefortsetzen, in der wir auch unsere VR-Standlösung präsentieren werden, die im Laden eingesetzt werden wird.

 

3.      Warum haben Sie sich entschieden, diese Technologie in das Talbot Runhof-Einkaufserlebnis einzubinden?

 

Oliver Gerbitz: Eines der größten Themen im Online-Modehandel ist die Retourenquote. Eine hohe Retourenquotebindet Kapital und Ressourcen und hat somit entscheidenden Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg jedes Online-Shops. Das trifft uns als Marke besonders, da wir unsere Kleider in kleinen Stückzahlen produzieren und somit immer bemüht sein müssen, die Verfügbarkeit unserer Produkte in möglichst allen Größen zu gewährleisten. Da die hohe Service- und Beratungsqualität schon immer eine große Rolle in unserem Geschäftsmodell gespielt hat, war es für uns von Anfang an wichtig, auch der Kundin, die sich online für ein Talbot Runhof-Kleid interessiert, alle Informationen und die bestmögliche Beratung zur Verfügung zustellen. Nur so ist sie in der Lage, auch online das für sie und ihren Anlass passende Kleid in der richtigen Größe zu bestellen. Technologische Lösungen, die nicht nur ein individuelleres Einkaufserlebnis schaffen, sondern auch einen tatsächlichen Nutzen für die Kundin haben und so die Kaufentscheidungerleichtern, sind daher für uns natürlich sehr interessant.



Jede Kundin ist anders und möchte wissen, wie ein Kleid ganz individuell an ihrem Körper, mit ihrer Haut- und Haarfarbe, zusammen mit ihren Schuhen, Schmuck etc. aussieht. Wenn wir ihr nur etwas mehr Sicherheit geben können, ein Kleid in dem für sie richtigen Schnitt, der richtigen Länge, mit der richtigen Ärmellösung, der richtigen Farbe und letztlich in der richtigen Größe zu bestellen, kann die VR-Lösung von Fashioneura sehr wertvoll für uns und unsere Kundin werden. Das gilt besonders für Kundinnen, die in ihrer Gegend keine Möglichkeit haben, einTalbot Runhof-Kleid im stationären Handel anzuprobieren.

 

4.      Inwiefern zielt die Anprobe-Lösung darauf ab, das Online-Erlebnis zu verbessern, und wie zielt das VR-Booth-Event darauf ab, den Besuch des Kunden im Geschäft zu verbessern?

DP: Die Anprobelösung soll das Online-Erlebnis verbessern, indem sie einzigartige Funktionen bietet, die auf die Bedürfnisse der Kund:innen zugeschnitten sind. Das Interface ermöglicht es den Kund:innen zum Beispiel, einfach ihre Körpergröße einzugeben, sich dann 3 Meter von ihrer Desktop- oder Handy-Kamera entfernt hinzustellen und effektiv vermessen zu werden, die Kleider werden auf magische Weise auf den Körper der Kundin bzw. des Kunden gelegt, um zu sehen, wie das Kleid genau aussieht.

Es gibt zusätzliche Funktionen, um das Erlebnis mit Freunden zu teilen, indem sie einfach ein Foto machen, um deren Meinung einzuholen. Dieser Webshop-Launch wird der erste Schritt sein, um nützliche Daten über Größen, Mengen und die Erstellung von Pre-Assets bereitzustellen und so nachhaltig eine bessere Kunden-Experience zu schaffen.

Der VR-Booth verbessert das Kundenerlebnis, indem sie/er eine alternative digitale In-Store-Lösung bietet, die Spaß macht und unterhaltsam ist. So bieten wir den Verbraucher:innen einen erweiterten Zugang durch virtuelle Realität wie die Bereitstellung von Artikeln in limitierter Auflage. Innerhalb des VR Booths verfügen wir über zum Patent angemeldete Optionen wie das PR-Werbetool, das sich beispielsweise auf die Messung von Werbeausgaben konzentriert. Das Einzigartige an diesem Stand ist, dass er im physischen Geschäft platziert ist und einen Online-Buchungsservice bietet, über den die Kunden ihr Erlebnis buchen können. Darüber hinaus wird der Stand exklusive Kollektionen von Adrian (Runhof) & Johnny (Talbot) anbieten, die die Kund:innen in der Kabine ansehen und nach ihrem VR-Erlebnis anprobieren können. Auf diese Weise soll das Kundenerlebnis im Geschäft verbessert werden, um letztlich die Kunden bzw. den Kunden durch das Angebot einer alternativen digitalen Lösung auf unterhaltsame, lehrreiche und informative Weise zurückzuholen.

 

5.      Wie seht Ihr die Zukunft des Einzelhandels?

DP: Um unsere Zukunftsvisionen im Einzelhandel fortzusetzen, hoffen wir, die Funktionen in der Fashioneura-Webshop-Anwendung zu erweitern. In diesem Zusammenhang werden wir unsere Crowdfunding-Kampagne starten, um eine VR-Kabine im Talbot Runhof-Flagship Store in München zu eröffnen.

Die VR-Kabine ermöglicht es den Kund:innen, den Laden zu betreten und an der VR-Erfahrung teilzunehmen. In der VR-Brille kann der Kunde bzw. die Kundin beispielsweise limitierte Designs von Talbot Runhof durchstöbern und die Kleidungsstücke nach dem Kauf (der virtuellen Anprobe) physisch anprobieren. In der Skalierungsphase werden wir VR in die neue Metaverse-Welt, von Marketing-Kampagnen bis hin zur Kunst integrieren. Unser Ziel ist es, die Kluft zwischen Online- und Offline-Diensten durch die Bereitstellung dieser beiden Technologien zu überbrücken.

OG: Wenn man die Frage auf technologische Entwicklungen bezieht, wird es darauf ankommen, die Möglichkeiten, die durch den Einsatz von VR, AR und AI entstehen, nahtlos, intuitiv und spielerisch in alle Touchpoints entlang der Customer Journey einzubinden und einen echten Mehrwert für den/die Kund:in zu schaffen. Letztlich entscheidet der/die Kund:in, welche Technologie sich durchsetzt und dem Einzelhandel die Möglichkeit bietet, sich einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten.

Zur virtuellen Anprobe eines Talbot Runhof-Kleides auf ihrem Online-Shop geht es hier.

 

Wir bedanken uns bei Devina Popat und Oliver Gerbitz für das Gespräch.

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